Soziale Stadt

Nauen

Stadtteiltreffen 2016: Gute Ergebnisse trotz geringer Beteiligung

 

Es geht voran in der Entwicklung der Innenstadt-Ost. Beim zweiten Stadtteiltreffen in der Aula des Goethe-Gymnasiums hatten die rund 2500 Bewohnerinnen und Bewohner des betroffenen Gebietes die Gelegenheit, sich ĂĽber die weitere Entwicklung ihres Kietzes zu informieren. Gefolgt ist allerdings gerade einmal ein knappes Dutzend Menschen der Einladung von Stadt, Quartiersmanagement und Gebietsbeauftragten.

Knappe vier Stunden dauerte die Veranstaltung, an der sich die BĂĽrger beteiligen konnten.
Sogar an einen kleinen Imbiss wurde gedacht. Die wenigen Nauenerinnen und Nauener, die zum Treff gekommen sind, nahmen umso lebhafter und konstruktiver an den Diskussionen teil. Im Mittelpunkt stand neben der Weiterentwicklung Innenstadt-Ost vor allem die Großprojekte „Umbau Graf-Arco-Schule“ sowie das „Freizeit- und Begegnungszentrum FGZ (Stadtbad)“ – beide Projekte sind jedes für sich wichtige Bestandteile des Wohngebietes. Zum besagten Gebiet gehören die Kreuztaler Straße, die Straße des Friedens, der Waldemardamm, der Bredower Weg, die Feldstraße, der Karl-Bernau-Ring, die Karl-Thon-Straße sowie Teile der Berliner Straße.

Seit dem letzten Treffen im Oktober 2014 hat sich viel in diesem Kietz getan. Vor rund zwei Jahren wurde der Stadtteil in das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ von Bund und Ländern aufgenommen. Es soll die städtebauliche, wirtschaftliche und sozio-infrastrukturelle Aufwertung von Stadtteilen unterstützen. „Vorrangiges Ziel ist es, die Lebensverhältnisse der Bewohner zu verbessern und die Identifikation mit der Stadt zu verbessern“, fasste Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) in seiner Begrüßungsrede zusammen. Nauens Sachgebietsleiter Gunther App fasste in seinem Vortrag nochmals kurz zusammen, worum es beim letzten Treffen genauer ging: „Damals wurde die Entwicklung eines Gebäudes und der Freianlagen im FGZ auf den Weg gebracht. Ebenso wurde die Erweiterung des Mensa-, Hort-, und Veranstaltungsbereich der Graf-Arco-Schule ins Auge gefasst“, erläuterte App. Außerdem sei damals beschlossen worden, Angebote für alle Bevölkerungsgruppen zu entwickeln, sagte er.

Seit Beginn der Umbauarbeiten am Stadtbad, für das immer noch ein neuer Name gesucht wird, sieht man nun die ersten Veränderungen. Der Schwerpunkt lag am Samstagmorgen bei der Erläuterung des Konzeptes für das FGZ. In zwei Arbeitsgruppen hatten die Bewohner die Gelegenheit, mit Vertretern der Stadt die Themen „lebendige Nachbarschaft“ und „Nachbarschaft im öffentlichen Raum“ zu diskutieren. Die vorgetragenen Ideen wurden simultan von Imke Schmitt von der Agentur 123comics in Form zweier großer Comics zu Papier gebracht. Die Comics zeugten nicht nur von Humor und Herz, sondern fassten alle Probleme und deren Lösungsvorschläge punktgenau zusammen.

Die ersten Ideen für das Nachbarschaftscafé im FGZ wurden bereits in der Vergangenheit für alle Altersgruppen gefunden. Ralf Fischer vom Quartiersmanagement Nauen Innenstadt Ost fasste sie zusammen. „Vom Kaffee-Klatsch sowie Veranstaltungen zu Pflege und Sturzprävention für Nauens ältere Menschen, einem Elterncafé, Sportmöglichkeiten, Vorleseprojekte von Senioren für Kinder und umgekehrt – die Liste ließe sich beinahe beliebig fortsetzen“, schilderte er die breite Nutzbarkeit des FGZ. Die Diskutanten nutzten in der ersten Arbeitsgruppe „Lebendige Nachbarschaft“ die Gelegenheit, weitere Ideen einzubringen. Babett Voigt aus Nauen schlug vor, eine Art Filmclub in einem kleinen Kino anzubieten – vorausgesetzt, die Gema spiele mit. Und Harald Breuer vom Karl-Thon-Platz sagte: „Man sollte den Vereinen, die keine eigenen Räumlichkeiten zur Verfügung haben, eine Möglichkeit bieten, sich im FGZ zu präsentieren.“ Der Gebietsbeauftragte Rudolf Hölscher von der Firma DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft  sagte: „Die Idee einer Küchenthematik im FGZ wird als sehr attraktiv empfunden.“ Weitere Vorschläge wurden gemacht wie die einer Schul-AG, einem Jugendclub, einem Integrationscafé, einem gemeinsamen Mittagstisch für alleinstehende Senioren, einer Geschichtswerkstatt des Heimatvereins etc. „Das FGZ steht ja ganzjährig zur Verfügung – da sollte es auch jahreszeitlich passend genutzt werden“, empfahl der Bürgermeister.

In Arbeitsgruppe zwei „Unser Wohnumfeld“ schließlich wurden Schwachstellen im Kiez aufgelistet, die den Bewohnern Magenzwicken verursachen. Ein unschöner Spielplatz beispielsweise, der in die Jahre gekommen ist und für dessen Aufhübschung jedoch die Eigentümerin – eine Wohnbaugesellschaft – in der Verantwortung steht.
Hölscher nannte dann auch die Pflege und Unterhaltung von Grünflächen ein „Riesenthema“, und führte als Beispiel eine freie Grünfläche in der Feldstraße an. Dr. Frank Otto, Geschäftsführer der Nauener Wohnungsbaugenossenschaft NWG, schlug vor, diese Fläche in eine Art Schaugarten umzuwandeln – als eine Art „Hingucker für alle“.
Hölscher sagte abschließend: „Der heutige Tag hat ein klares Stimmungsbild ergeben, das in den weiteren Prozess eingebunden wird und an dem weitergearbeitet wird.“

Fazit: Das Stadtteiltreff mit seiner sehr lockeren und gelungenen Präsentation ihrer Macher ist vielleicht gar nicht schlecht beraten, wenn sich auch zukünftig gar nicht so viele Menschen an der Diskussion beteiligen. Diejenigen, die teilnehmen, dafür aber mit der nötigen Menge an Herzblut und Effizienz, wie es das Treff am Samstag gezeigt hat, können das allemal.

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